Buch des Monats November-Dezember
 
 

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  Herrndorf Wolfgang:Tschick

Gewinner des Deutschen Jugendliteraturpreises 2011 in der Kategorie Jugendbuch!

1.
Das Cover


















2. Der Klappentext

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Assi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie aufs Gymnasium geschafft und wirkt nicht gerade wie ein Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.


3. Der erste Satz

"Als Erstes ist da der Geruch von Blut und Kaffee."
(S. 7)


4. Der Autor


Wolfgang Herrndorf
, 1965 in Hamburg geboren, hat Malerei studiert und unter anderem für die Titanic gezeichnet. 2002 erschien sein Debütroman In Plüschgewittern. Im Jahre 2008 wurde er für Diesseits des Van-Allen-Gürtels mit dem Deutschen Erzählerpreis ausgezeichnet. "Es geht also doch: Mann kann auf Deutsch intelligente und zugleich extrem lustige Geschichten schreiben", schrieb dazu Ijoma Mangold in der Süddeutsche Zeitung.





5. Inhalt

Maik Klingenberg ist ein extrem unauffälliger Schüler, der in seiner 8. Klasse keine Freunde hat. Zu Hause ist bei ihm auch nicht gerade alles einfach: Seine Mutter ist Alkoholikerin und fährt regelmäßig ein paar Wochen auf eine Beauty-Farm (wie Maiks Vater die Erziehungsklinik im Scherz nennt), während der Vater mit seiner Assistentin fremdgeht.

Als ein neuer Schüler mit einer bewegten Schulvergangenheit in Maiks Klasse kommt, ändert sich einiges für Maik. „Tschick“, wie der Aussiedlerjunge wegen seines komplizierten Namens meist nur genannt wird, ist erst seit vier Jahren in Deutschland, hat sich jedoch seitdem von der Förderschule bis zum Gymnasium hochgearbeitet. Allerdings macht Tschick den Eindruck, als wäre er ziemlich verwahrlost, es scheint so, als käme er öfter alkoholisiert in die Schule.

Zu Beginn der Sommerferien freunden sich Maik und Tschick an – just in dem Moment, als Maiks Mutter wieder auf eine Entziehungskur geht und der Vater mit seiner Assistentin angeblich geschäftlich für zwei Wochen unterwegs ist. Der Anweisung des Vaters, keinen Unsinn zu machen, kommt Maik nicht nach, als er mit Tschick beschließt, mit einem „geborgten“ klapprigen Lada in die Walachei zu fahren. Für zwei Vierzehnjährige ohne Fahrerlaubnis ein ziemlich gewagtes Unterfangen, das sie in viele Grenzsituationen bringt …

(Quelle: http://www.jugendbuchtipps.de, am 07.11.2011)


6. Leseprobe

Aus dem 2. Kapitel:

Der Arzt macht den Mund auf und zu wie ein Karpfen. Es dauert ein paar Sekunden, bis Worte rauskommen. Der Arzt schreit. Warum schreit denn jetzt der Arzt? Er shreit die kleine Frau an. Dann mischt sich der Uniformaierte ein, eine blaue Uniform. Ein Polizist, den ich noch nicht kenne. Er weist den Arzt zurecht. Woher weiß ich überhaupt, dass das ein Arzt ist? Er trägt einen weißen Kittel. Könnte also auch ein Bäcker sein. Aber in der Kitteltasche hat er eine Matalltaschenlampe und so ein Horchding. Brötchen abhorchen? Wird schon ein Arzt sein. Und dieser Arzt zeigt jetzt auf meinen Kopf und brüllt. Ich taste unter der Bettdecke herum, wo meine Beine sind. Sie sind nackt. Fühlen sich auch nicht mehr bepisst an oder blutig. Wo bin ich denn hier?

Ich liege auf dem Rücken. Oben ist alles gelb. Blick zur Seite: große, dunkle Fenster. Andere Seite: weißer Plastikvorhang. Krankenhaus, würde ich sagen. Das passt ja auch zum Arzt. Und klar, die kleine Frau trägt auch einen Kittel und einen Schreibbock. Und welches Krankenhaus, vielleicht die Charité? Nee, keine Ahnung. Ich bin ja nicht in Berlin. Mal fragen, denke ich, aber niemand beachtet mich. Weil, dem Polizisten gefällt das nämlich nicht, wie er da von dem Arzt angeschrien wird, und er schreit zurück, aber da schreit dann der Arzt noch lauter - und da merkt man interressanterweise, wer hier das Sagen hat. Das Sagen hat nämlich eindeutig der Arzt und nicht der Polizist, und ich bin so erschöpft und auch irgendwie glückglich und müde, ich bin von innen wie mit Glück ausgepolstert und schlafe wieder ein, ohne ein Wort zu sagen. Das Glück, stellt sich später heraus, heißt Valium. Es wird mit großen Spritzen verteilt.

(S. 12-13)


7. Steckbrief

Den Steckbrief zum Buch gibt's hier zum Runterladen oder Anschauen als PDF.


8. Der letzte Satz

"Weil, man kann zwar nicht ewig die Luft anhalten. Aber doch ziemlich lange.

(S. 254)


**UPDATE 01.12.2011**

Bei der heutigen Ziehung unter allen Quiz-Teilnehmern wurde Lars Wiesemes (1.A) als Gewinner ermittelt. Als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk erhält er ein Exemplar des
Buch des Monats.

Herzlichen Glückwunsch!



Alle Buchzitate wurden entnommen aus:

- Herrndorf Wolfgang: Tschick. Rowohlt Verlag. Berlin, 2010.