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Das Ehrenamt an BS und TI
 

Teil 1: Wir wollen zu einem gepflegten Umgang miteinander erziehen

Schule hat den Auftrag auszubilden und zu erziehen. Dazu gehört die Erziehung zum gepflegten Umgang miteinander.

1. Was ist uns wichtig?
Die Schule ist ein Ort, an dem in Gruppen gelernt und gelebt wird. Sie bietet ein günstiges Umfeld, um den Umgang miteinander zu pflegen.
Die Art und Weise des Umgangs miteinander hat erheblichen Einfluss auf das Lernverhalten.
Im Leben sind Umgangsformen oft mit entscheidend über Erfolg oder Misserfolg.
Der gepflegte Umgang miteinander ist Voraussetzung für Toleranz, Respekt vor dem Anderen und dem Anderssein und trägt zur Gewaltlosigkeit bei.
Welche Schwerpunkte gelten?



2. Die Anrede
Die Art und Weise, wie wir jemanden ansprechen, führt dazu, dass der Gesprächspartner sich uns gegenüber wohlwollend und interessiert oder aber aggressiv verhält. Reaktionen in Form von Gewalt oder das verständnisvolle Eingehen auf den Sprechenden haben im Wesentlichen mit sprachlichen Ausdrucksformen zu tun.
Wenn wir Schüler zu geschätzten Gesprächspartnern und zur Gewaltlosigkeit erziehen wollen, ist es unabdingbar, sie zu einem gepflegten Umgang mit der Sprache zu erziehen. Vulgäre Ansprache, die Vorverurteilung beinhaltet, oder offene und versteckte Nötigung führen zur Verhärtung, zu Konflikten, zur Ausweglosigkeit, zur Aggression und  zur Ausgrenzung.
Das verständnisvolle, klare Ansprechen führt dagegen zur Offenheit, zum Wohlwollen und sehr oft zu neuen Wegen und Lösungen.



3. Die Gesprächsführung
In einer Gruppe müssen Regeln der Gesprächsführung erlernt und beachtet werden,
um Zuhören und seine Meinung äußern zu lernen;
um andere in ihrer Meinungsäußerung zu respektieren;
um Nutzen ziehen zu können, von dem was gesagt wird;
um eine lernfördernde und menschenachtende Gesprächsatmosphäre entstehen zu lassen.
Erziehung zur Gesprächsführung ist unabdingbar für den Lernerfolg und erleichtert das Miteinander im Alltag.



4. Der Respekt
Uns sind Grenzen gesetzt im Umgang mit uns selber, mit anderen, mit den Dingen, die uns umgeben, und mit der Umwelt.
Jeder hat das Recht, respektiert zu werden und jeder hat die Pflicht, zu respektieren.
Erziehung zum Respekt heißt lernen, Grenzen zu erkennen und besser anzunehmen. Eine erfolgreiche Erziehung erzielt:
Respekt vor sich selbst: Da ich wie jeder Mensch einzigartig und wertvoll bin, trage ich Verantwortung für das Wohlergehen meines Körpers und meiner Seele; hierzu muss ich auch bereit sein, mich kennen- und einschätzen zu lernen;
Respekt vor  anderen: jeder Einzelne hat Anrecht auf meine Achtung und Toleranz;
Respekt vor den Dingen und vor der Umwelt:  ich darf nicht sorglos damit umgehen, selbst wenn sie mir nicht gehören.
Erziehung zum Respekt ist also auch Erziehung zum Verantwortungsbewusstsein und zur Toleranz, zum gepflegten Umgang miteinander, zur Anerkennung und zur Annahme der Grenzen und zum Bewusstsein, dass ich Teil dieser Welt bin und nicht willkürlich über sie verfügen darf.



5. Die Höflichkeit
Höflich sein heißt, sich dem anderen gegenüber aufmerksam und entgegenkommend zu benehmen, und dies unabhängig davon, ob er bekannt ist oder unbekannt, ob er hohes oder geringes Ansehen genießt, ob er meine Meinung vertritt oder nicht,...
Höflichkeit heißt demnach, in meinem Verhalten jedem Menschen so zu begegnen, dass er sich geschätzt fühlt. So kann ich Konflikten vorbeugen.
Jeder Mensch hat das Recht auf würdevollen Umgang mit seiner Person.



6. Die Konfliktfähigkeit
Es ist die Fähigkeit, Konflikte zu ertragen und auszutragen.
Konflikte erfordern in der Regel viel Energie und Zeit, da sie emotional und geistig viel Kraft kosten. Konflikte machen uns gedanklich nicht frei für andere Dinge. Aus diesem Grunde hat jeder Tendenz, Konflikte zu meiden.
Konflikte sind aber in der Erziehung und in jeder Gemeinschaft, in der Menschen zusammenleben, unvermeidbar und auch wichtig, denn sie haben einen hohen erzieherischen Wert.
Wer lernt, Konflikte zu ertragen und auszutragen, schult seine Fähigkeiten:
- belastbar zu sein,
- kreativ in der Lösungssuche zu sein,
- den Mut nicht zu verlieren,
- seine Persönlichkeit zu stärken.
Und er übt sich:
- in Gesprächsbereitschaft,
- in Kompromissbereitschaft.
Erfolgreiche Erziehung zur Konfliktfähigkeit führt zum Abbau von Feindbildern, zur Selbstanalyse, zur Ursachenforschung, zum Erfolgsgefühl bei Bewältigung der Krise, zum Abbau des Unbehagens und zur Freisetzung der positiven Kräfte.

Sich Konflikten stellen ist eine wichtige Voraussetzung für die Entfaltung der Persönlichkeit, wenn Respekt und Höflichkeit gegeben sind.

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